Berichte

INTERCAMP 2010 – VIERSEN-DÜLKEN


Zum zweiten Mal seit etlichen Jahren sind wir Pfingsten aufs Intercamp gefahren. Wer es noch nicht weiß, das ist ein internationales Lager mit zehn Nationen wie z. B. Polen oder die USA, die Niederlande und Frankreich, für Juffis und Pfadis. Der Andrang war groß, 29 Kinder und 7 Leiter fuhren bei uns mit. Weil der Zeltplatz dieses Jahr nicht weit weg war, sind wir mit der Bahn angereist. Natürlich kamen wir nicht als Einzige auf diese ökologische Idee und so war der Zug gerammelt voll.

"Wann sind wir da?", "Wo müssen wir aussteigen?" Diese Fragen machten die Runde...

Als wir ankamen fanden wir unsere Zelte in Subcamp 6 schon fast komplett aufgebaut, dank unseres tapferen Vorteams. Der Rest des Abends wäre fast ruhig verlaufen. Die Kinder spielten Ball oder machten den Platz unsicher. Erstaunte Blicke streiften die Dixi-Klos ("Und wo kann ich mein Glätteisen einstöpseln?") und die Wasserstellen ("Wo sind die Waschhäuser?"). Eingefleischte Intercamper wissen natürlich, dass sie vier Tage Schweiß und Schmutz trotzen müssen, denn Duschen gibt es hier nie! Mandy beschloss dann den Abend doch noch spannend zu machen, indem sie bei Akrobatik auf den Rücken fiel. Weil die Malteser zum Abtransport leider nicht in der Lage waren, durfte Mandy Rettungswagen fahren und zu guter Letzt sogar Krankenhausfrühstück ausprobieren. Schade...

Für die Anderen ging das Lager ganz normal weiter, d. h. Eröffnungsveranstaltung mit ca. 3000 Leuten am nächsten Morgen. Stolz trugen wir unser Georgsbanner hinter der schmucken deutschen Blaskapelle her. Alles war sehr feierlich. Die Flaggen der zehn Nationen wurden gehisst und lustige Bewegungsspielchen zelebriert ("Go forward, go backward, go left and go right...").

Unser Subcamp durfte dann direkt zum Hike aufbrechen. Er sollte vier Stunden dauern, doch bereits am Anfang bekamen wir es mit Problemen zu tun. Ein kaputter Schuh, ein Serviceteamer der uns nach nur ein paar Metern in die falsche Richtung schickte. Wir ließen uns davon nicht beeindrucken und erreichten schließlich die erste Aufgabe. Bei dem Spiel musste man typisch deutsche Dinge erkennen: Süßigkeiten, Wahrzeichen, Marken usw. Als deutsche Gruppe stellten wir uns gar nicht mal so schlecht an. Im Laufe des Tages wurde es immer wärmer. Als wäre es geplant gewesen, führte unser Weg direkt unter einer riesigen Sprenganlange vorbei, die ein noch riesigeres Feld bewässerte. Und dann auch uns. Den meisten war die kleine Abkühlung sehr willkommen!

Die zweite Aufgabe bestand darin, ein Schwarzzelt aufzubauen. Auch das schafften wir natürlich mit links.

Als wir nach Dülken in die Altstadt kamen, wartete eine Pause und eine weitere Aufgabe auf uns. Während die Leiter faul rumsaßen, liefen die Grüpplinge durch die Stadt und suchten Gebäude auf Fotos. Die Einwohner schienen etwas verwundert, als hunderte von Pfadfindern in verschieden farbigen Hemden ihr schönes Dörfli überfluteten. Die Hälfte des Weges war fast geschafft, als das Genörgel los ging "Ich kann nicht mehr", "Mir ist warm", "Mir ist kalt", "Ich hab Kopfschmerzen". Als die Leiter das nicht mehr aushielten, wurde beschlossen den Hike abzukürzen. Wer wollte, durfte weiter laufen, aber irgendwie wollte keiner mehr...

Kaum zurück am Zeltplatz waren alle wieder putzmunter und steckten jede Menge Energie in Wasserschlachten. Der Gottesdienst am Abend war dann eher mäßig, obwohl sogar alle Nationalhymnen gesungen wurden. Jedenfalls hatte danach keiner mehr Lust auf das Abendprogramm und wir hingen einfach bei uns auf dem Platz ab, wofür uns die Campchefin die Ohren langzog!

Sonntag war Workshoptag! In kleinen Gruppen suchten die Juffis und Pfadis nach Kindern aus anderen Ländern um die Gruppe komplett zu machen. Auf dem großen Platz gab es jede Menge Aktivitäten. Bogen- und Armbrustschießen, Tjosten mit dem Fahrrad, Hufeisenwerfen, Schrullenbretter und und und... Wie jedes Jahr war das Pyrozelt aufgebaut wo man alles in ein Stück Holz brennen konnte, was man wollte. Stolz präsentierten die Kinder danach die Aufnäher. Wie immer waren auch überall Stände aufgebaut an dem man Pfadfinderzubehör erwerben konnte. Neben blinkenden Halstüchern, gab es Aufnäher und iScout Tshirts. Die Kinder bedienten sich.

Wer es geschafft hatte, alle nötigen Aufgaben zu erledigen, durfte sich heute auch den Friendshipaward abholen. Um den zu bekommen, musste man drei Leute aus anderen Ländern finden, die den gleichen Namen, den gleichen Geburtstag oder die gleiche Schuhgröße wie man selbst hatten. Viele schaffen es tatsächlich!

Aus irgendwelchen Gründen war das Essen knapp geworden. Kein Problem für echte Pfadfinder! Mit ein paar Dosen als Tauschpfad schickten wir die Kinder los um Abendessen zu besorgen. Nach nicht einmal einer Stunde hatten wir säckeweise Essen! Nudeln, Kartoffeln, Tomaten, Fleisch!

Gandalf unsere Zeltplatznachbarn steuerten noch ein bisschen Kottenbutter als Vorspeise bei und genossen mit uns die Suppe, die Nina aus den zusammengewürfelten Zutaten zauberte. Svens selbst gemachtes Apfelmus mit Milchreis rundete den Abend ab. Heute erbarmten wir uns dem Abendprogramm, blieben aber nicht lange, da wir die "akustische Umweltverschmutzung" nicht aushielten: Ein deutscher Stamm spielte Rockklassiker auf der Bühne, leider war der 15jährige Sänger wohl noch im Stimmbruch. Unser Alternativprogramm war sowieso viel besser: Geburtstagfeiern für Judith mit Tee und Süßigkeiten!

Montag war Abreisetag. Beim Abschlussprogramm gaben die Jungs auf der Bühne nochmal alles. Ganz wehmütig verließen wir ein letztes Mal den großen Platz, aber nicht ohne vorher "Nehmt Abschied Brüder" gesungen zu haben. Abbauen und ab nach Hause.

Aber wir sehen und wieder! Nächstes Jahr in Antwerpen!

Gut Pfad

Femke

Roverwochenende 2010


Mit schwerem Gepäck kamen wir Freitagabend die Treppe herunter und uns wurde der Weg im Dunkeln mit Kerzen gewiesen. "Da ist der Stress des Tages und die Unlust sofort vergessen", war das Erste was Nina sagte, nachdem sie etwas verspätet ankam.

Dann als endlich alle bis auf Nina da waren, gab es erstmal einen netten Empfang mit rotem Sekt (natürlich die Roverfarbe). Wir begrüßten uns und besprachen, wer kocht und wer die Räume umbaute, da wir alle unsere Räume zum Lager umgestalten wollten. Katha und ich fingen an die Pizza auszurollen und zu belegen und Quatsch zu machen. In der Zeit waren alle anderen, also Claudia, André und Micha damit beschäftigt die Sofas umzuräumen. Wir machten es uns gemütlich, dekorierten und aßen dann gemeinsam die leckere Pizza. Kurz darauf traf auch Nina ein und aß noch etwas von der Pizza von der wir noch am nächsten Tag essen konnten.

Am Abend hatten Micha und Nina etwas ganz besonderes geplant. Und zwar sollte jeder ein Playlist mit seinen 20 Lieblingslieder machen und uns 3 aussuchen, mit denen wir etwas Bestimmtes verbinden. Jeder stellte sie vor und wir alle merkten, dass wir vieles gar nicht übereinander wissen und waren von den Geschichten fasziniert. Dadurch kamen wir uns alle viel näher und wussten, dass uns alle aus unserer Gruppe vertrauen und dass alle füreinander da sind, wenn mal etwas ist. Der Abend verlief ganz ruhig. Wir redeten viel und hatten Spaß und genossen den schönen Abend.

Am nächsten Morgen um 10.30h klingelte auch schon der "Wecker" mit dem Lied: Wake up call von Maroon 5. Dieses Lied weckte uns auch am Sonntagmorgen. Dann gab es erstmal Frühstück und wir begannen den Tag mit einer großen Tasse Kaffee. Weiter ging es mit einem Spiel, bei dem man sich überwinden musste und das ohne Vertrauen auf die anderen nicht funktioniert hätte Wir mussten eine Leiter hochklettern, die von den anderen auf der Wiese aufrecht gehalten werden muss. Alle schafften es, auch wenn es viel Mut und Überwindung kostete. Selbst unseren Micha konnten wir halten. Danach spielten wir Federfußball, wovon wir alle total süchtig waren und machten jede Menge Fotos. Nach einer kurzen Pause spielten wir noch zwei weitere Spiele, bei denen es darum ging auf jeden einzelnen zählen zu können und alles während des Spiels besprechen zu können und eine Strategie zu entwerfen. Dies klappte auch nach ein paar Anläufen sehr gut. Am Abend spielten wir wieder Federfußball und hatten aber bald Schwierigkeiten, weil es so dunkel war, dass man den Ball nicht mehr sehen konnte. Endlich gab es Abendessen: Pellkartoffeln mit Kräuterquark, Salat und Fleisch. Lecker. Beim Essen besprachen wir den Tag und was wir daraus schließen und was wir denken, warum wir diese Spiele überhaupt gemacht haben.

Wir legten auch unser Ziel für dieses Jahr fest, da nach dem Sommerlager ein paar Änderungen anstehen. Wir werden nun unseren Hike im SoLa planen und uns als Ziel vornehmen, um nachher sagen zu können, wir haben etwas erreicht.

Nach dem Ganzen machten wir uns einen schönen Abend, der etwas länger dauerte als wir dachten, aber unser Kartenspielchen war schon echt witzig. Am letzten Morgen wachten wir gegen 10 Uhr auf und mussten natürlich erstmal alles aufräumen und putzen. Auf Frühstück hatte niemand Hunger. Als wir damit endlich zum Ende kamen, machten wir eine kurze Reflexion und sagten wie uns das Wochenende gefiel. Es gefiel allen sehr gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten. Insgesamt hatten wir ein sehr schönes, lustiges Roverwochenende.

Janine

72 Stunden Aktion


Donnerstag 17:07 Uhr "Es geht los!"
„Am Kindergarten Nazareth die Spielgeräte streichen und etwas „Kreatives“ für die Kinder bauen.“ Klingt gut, dachten wir.

Vom 07. Bis zum 10. Mai machten wir als Leiterrunde bei der 72-Stunden-Aktion vom BDKJ mit.
Wir hatten die Get-It Variante gewählt und wussten deshalb erst Donnerstag was wir ein Wochenende lang machen durften. Jede Aktion war gemeinnützig und sollte nur mit Spenden durchgeführt werden. Budget hatten wir also keins, aber das stört uns nicht weiter.
Die Aufgaben verteilten sich fast wie von selbst; Sandra und André beschlossen am nächsten Morgen in den Kindergarten zu fahren und die Kinder dort zu befragen was für ein neues kreatives Spielgerät sie gerne hätten.

Freitag 9:00 Uhr "Die Pfadfinder kommen!"
Nach längerem Hin und her waren sich die Kinder zwar nicht einig was sie gebaut haben wollten, aber wir entschieden uns trotzdem für ein Auto! Also ran an die Arbeit!

Freitag 12:00 Uhr "Saubermachen"
Als erstes reinigten wir das Klettergerüst und die Schaukel, zum Glück hatten wir einen Hochdruckreiniger mit dem alles ganz fix ging. Positiver Nebeneffekt: Auch Tobi wurde endlich mal wieder sauber!

Freitag 17:00 Uhr "Material"
Nachdem wir die Holzkonstruktionen dick mit Anti-Schimmel-und-Moos-Zeug bestrichen hatten, fuhren wir zu verschiedenen Schrottplätzen um Material für das Auto zu sammeln. Die Inhaber waren zwar weniger begeistert als wir erklärten wir bräuchten die Teile geschenkt, aber wir bekamen trotzdem eine Stoßstange, ein Lenkrad, Scheinwerfer und sogar ein Nummernschild. Danach ging es zu Richard (er ist sowas wie unser Pfadfinder-Opa und hat so ziemlich alles in seiner Lagerhalle). Von ihm bekamen wir mehr als genug Holz in allen Formen und Größen um damit zwei Autos zu bauen. Schon etwas müde und vor allem hungrig beendeten wir den Arbeitstag.

Samstag 8:00 "Müllkippe"
Tobi und Sandra hatten bestimmt nicht den angenehmsten Job an diesem Tag, trotzdem lohnte es sich zu Müllkippe zu fahren. Hier bekamen wir noch mehr Zubehör fürs Auto. Zeitgleich strich der Rest der Runde mit Michas Unterstützung die Klettergerüste an.

Samstag 12:00 "Nudeln sind fertig!"
Daria, unsere Kuratin stattete uns einen Besuch ab uns kochte sogar Mittagessen für uns. Mann das hatten wir uns verdient!

Samstag 14:00
Die Aufgaben wurden verteilt und so fuhren Sandra und Melli waren einkaufen, bzw. Sachspenden sammeln in verschiedenen Märkten und staubten Farbe und Lebensmittel ab. Peter und Christoph werkelten derweil schon fleißig am Auto rum, das immer mehr Gestalt annahm. Es wurde noch bis in die späten Abendstunden gearbeitet, fertig wurden wir trotzdem nicht, zum Glück hatten wir noch einen Tag!

Sonntag 9:00 "Der letzte Schliff"
So ganz wach war keiner als wir uns am Kindergarten trafen, trotzdem fingen wir voller Elan an. Einzelteile des Autos mussten noch ein paarmal gestrichen werden, das übernahm auch Hauptteil des Tages. Letztendlich zündeten wir sogar unsere 72-Stunden-Kerze an, die angeblich 72 Stunden brennen sollte, allerdings höchstens 7 brannte! Während die Jungs eher für das Grobe zuständig waren, sprich Silikon, Schrauben und Montieren, war Sandra mit den Feinheiten beschäftigt. In mühevoller Kleinarbeit bemalte sie das was später der Tisch des Autos sein sollte mit einem Mensch-ärger-dich-nicht Spielbrett.

Sonntag 13:00 "Kuchen, Kuchen, Kuchen…"
Nicht nur Melanie kam uns gegen Mittag besuchen, auch Frau Wandel, die ein großes Tablett mit Kuchen mitbrachte. Die Mittagspause hatten wir uns auch alle verdient! Leider konnte sie nicht ewig andauern, und so sah man Sandra und André bald den Sand harken während Tobi und Femke schon mal aufräumten. Nur Peter schraubte noch unermüdlich am Auto herum bis auch der letzte Balken da saß wo er wollte. Später kam Anette mit ihren Kindern vorbei. Jonas bemerkte, dass er gerne noch mal im Kindergarten wäre, um mit dem Auto spielen zu können. Kann es ein besseres Kompliment geben?

Sonntag 17:07 "Habe fertig!"
Pünktlich wie erhofft waren wir fertig mit dem letzten Anstrich und auch eine Pfadfinderlilie durfte nicht fehlen. Glücklich und müde verhüllten wir unser fertiges Werk. Zum gelungenen Abschluss gab es noch ein gemütliches Grillen bei Peter Zuhause bei dem wir alle noch mal unsere Erfahrungen und Anekdoten austauschten. Alles in allem waren wir uns einig, dass die Aktion gelungen war.

PS. Die Kinder waren wirklich sehr begeistert von dem Auto, wie Sandra berichtete.
Aber noch toller war der Kindersekt, fügt Anette hinzu… 

Femke